Les Amis du Fort DUCROT

Le Fort DUCROT - Geschichte der Feste

Das Fort Podbielski - Ducrot

Verlassen -Aufgegeben - Wachgerüttelt - Sehenswert

Nordwestlich vonStraßburg befindet sich hart am Rande der Ortschaft Mundolsheim das Fort Podbielski - Ducrot. Es ist das letzte Fort, das im Fortgürtel rund um Straßburg errichtet wurde. Sein Schicksal nach dem 2. Weltkrieg war hart, entsprach aber der Realität, mit der die Festungsforscher leider immer wieder konfrontiert werden. Vandalismus, Eisendiebstahl, Schmierereien und die Kraft der Natur hinterließen gewaltige Spuren, die das Fort prägten. Kurz vor seiner endgültigen Aufgabe nahm im Jahr 2010 ein Verein die Herausforderung an, das Fort aus seinem Dornröschenschlaf wachzurütteln.Das Ergebnis dieser Arbeiten wird anhand der in diesem Bericht enthaltenen Vorher-Nachher-Bilder eindrucksvoll aufgezeigt, die den Ausführenden Respekt vor ihrer Leistung abverlangt.Aufgrund dieser Arbeiten kann das Fort an bestimmten Tagen im Jahr oder nach Absprache besichtigt werden, ein Besuch, der sich auf alle Fälle
lohnt.

Während der Belagerung von Stadt und Festung Straßburg im Jahr 1870 lag der Stab des Generals von Werder, der die Belagerungstruppen befehligte, in Mundolsheim. Die während dieser Belagerung gemachten Erfahrungen und die Zwänge, die das Gelände rund um  Straßburg für die neue Festungaufwarf, flossen in die Beurteilung des kaiserlichen Generalstabs für die Projektierung der Festung ein. Der Höhenrücken zwischen Oberhausbergen und Mundolsheim, die Höhen von Hausbergen, hätten einem Angreifer hervorragende Aufstellmöglichkeiten für dessen Artillerie geboten. Aus diesem Grund wurden entschieden, diesen Höhenrücken in die neue Verteidigungsstellung aufzunehmen.

Die Standorte, die für die Forts auf diesem Höhenrücken ausgewählt wurden, waren zwischen 6.400 m (Fort Großherzog von Baden - Frère bei Oberhausbergen) und 7.350 m Fort Podbielski - Ducrot bei Mundolsheim) vo, Straßburger Münster entfernt.

Unter Berücksichtigung der Reichweite der damaligen Artillerie hatten sie folgende Aufgaben
  • Den Gegner dazu zu zwingen, sich außerhalb der Reichweite der eigenen Artillerie in Stellung zu bringen.
  • Die Verkehrswege zu sichern: Straßen, Kanäle und die Eisenbahnlinien
  • Als Brückenköpfe an den größeren Fließgewässern und Überschwemmungsgebieten zu dienen.
  • Mit ihrem Feuer die Truppenbewegungen der Garnison zu unterstützen und im Falle eines Rückzugs einen sicheren Rückzugsort zu bieten
  • Sich im Angriffsfall gegenseitig zu unterstützen (der Abstand der Forts schwankte zwischen etwa 1.000 und etwa 4.000 m)
Um eine Umgehung des Höhenrückens zu verhindern, die einem Angreifer erlaubt hätte, die Festung Straßburg von Norden her anzugreifen, wurde das Fort Moltke (später Rapp) südlich Reichstett, das Fort Roon (später Desaix) nordwestlich Souffelweyersheim und das Fort Podbielski (später Ducrot) knapp westlich Mundolsheim errichtet. Fort Roon hatte dabei die Aufgabe sowohl eine Einnahme von Mundolsheim zu behindern als auch die Straße nach Brumath, die Eisenbahnlinie Richtung Norden sowie den Rhein-Marne-Kanal zu kontrollieren.

Das Fort Podbielski bekam die Aufgabe, sowohl die Wegeverbindungen Richtung Norden als auch die Nordwest-Flanke der Festung Straßburg und die Eisenbahnlinie Richtung Norden zu decken. Außerdem sollte es verhindern, dass sich ein Angreifer der Höhen über dem Dorf Mundolsheim bemächtigen konnte.
Ursprünglich hieß diese Befestigungsanlage "Fort Mundolsheimer Kopf". Am 29.

August 1882 wurde sie mit Allerhöchster Kabinettsorde (AKO) offiziell in "Fort Podbielski" umbenannt. Das Fort Podbielski kann als kleines Fort bezeichnet werden, das jedoch einige Besonderheiten gegenüber den anderen rund um Straßburg errichteten Forts aufweist.

Zwischen 1879 und 1882 wurde das Fort einige hundert Meter von der evangelischen Kirche Mundolsheims entfernt an einer Stelle errichtet, die durch ihre Überhöhung bereits natürliche Stärke aufwies. Aufgrund der Bauzeit der anderen Forts von Straßburg zwischen 1872 und 1879 ist es damit das letzte Fort, das als Bestandteil der kaiserlichen Festung Straßburg errichtet wurde. Als Folge der Brisanzgrantenkrise wurde es zwischen 1887 und 1890 sowie daran anschließend 1893 verstärkt. Zu seinen Besonderheiten gehören die weiteren Verstärkungen, die das Fort nach 1911 mit dem Bau zweier betonierten Flankierungs-Kasematte für je zwei Geschütze erhielt Die westliche Kasematte wurde dabei mit einer betonierten Galerie an das Fort angeschlossen.

Nach dem 1.Weltkrieg erfolgte die Umbenennung der Forts von "Podbielski" in "Ducrot". 1936 wurden Teile des Forts mit einer Vorsatzschale aus Beton versehen, die ebenfalls zu einer der Besonderheiten dieser Befestigungsanlage gehört. Diese wurde angebracht, als das Fort als Gefechtsstand für die 103. DIF (Division d’Infanterie de Forteresse) genutzt und in die Maginot-Linie integriert wurde. In dieser Zeit wurde auch eine der beiden Geschütz-Kasematten für die Aufnahme französischer 75-mm-Geschütze umgebaut.
1939/40 war der Weg, der das Fort Ducrot mit der Kirschbaum-Batterie und dem Fort Foch (vormals Kronprinz) verbindet mit Sichtschutz-Matten versehen, um die über diesen Weg führenden Militärtransporte den Blicken vom Schwarzwald her zu entziehen. Mitte Juni 1940 nahmen deutsche Truppen das Fort kampflos ein. In der Folgezeit wurde es teilweise gar nicht oder als Lager genutzt. Im November 1944 wurde das Fort ebenfalls kampflos von französischen Truppen eingenommen. 1945 diente es den Soldaten der VII. Armee (US) und der 3. DIA (Division d’Infanterie Algérienne) bis zum Beginn der alliierten Gegenoffensive Richtung Norden als Unterkunft.

Nach einer langen Zeit der Auflassung durch die Armee übernahm die Gemeinde Mundolsheim in den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts für einen Preis von 90.000 Francs das Fort mit dem Ziel, es zu sichern. Trotzdem konnte sie es nicht verhindern, dass das Bauwerk von Eisendieben, Sprayern, Vandalen sowie der Natur und der Zeit immer weiter beschädigt wurde.

Am 06.März 2010 begann der am 23. Februar 2010 auf Initiative des Autors dieses Berichts gegründete Verein "Les amis du Fort Podbielski-Ducrot" mit den Renovierungsarbeiten am Fort. Sie wurden und werden dabei von der Gemeinde und deren Bürgermeister, Herr Norbert Reinhardt, unterstützt. Inzwischen zählt dieser Verein über 100 Mitglieder.

Nach vier Jahren Arbeit, in denen 25.000 Stunden freiwillige Arbeit geleistet wurden, ist das Fort zum größten Teil wieder öffentlich zugänglich.
Danke an Friedrich Wein für die übersätzung